Der Märchensammler Charles Perrault

Der Märchensammler Charles Perrault

Der Lebenslauf von Charles Perrault lässt kaum erahnen, dass gerade er das Märchen in Frankreich salonfähig gemacht hat und wie viele allgemein bekannte Märchen aus seiner Feder stammen. Geboren in Paris am 12. Januar 1628 und verstorben eben da in der Nacht zum 16. Mai 1607, war Perrault zeitlebens ein hoher Beamter. Dementsprechend stammte er auch aus gutem Hause, in dem Juristen wie Beamte aus und ein gingen. Er sollte einige der Märchen verfassen, die später u. a. durch die Gebrüder Grimm adaptiert worden.

Zu Beginn war Schreiben nur eine Nebentätigkeit, während er 1651 nach Jurastudien die Zulassung zur Anwaltschaft der Autofinanzierung erhielt. Es waren komische Texte, Satiren und eben jene Burlesken, welche in dieser Zeit populär waren. Dabei profitierte er von seinem unterhalterischen Talent und feinen pointierten Humor. 1649 bewies er die Unbestechlichkeit seines Blickes auf die Menschen durch eine Vers-Satire, in der er das revoltierende Volk in Paris sowie den Kardinal-Minister Mazarin literarisch angreift. Sein Blick für die Gesellschaft ebnete schließlich den Weg zu den ersten Märchen. Zwischen 1691 und 94 verfasste er drei Verserzählungen mit Zügen von Märchen. Solche Märchen wurden zu dieser Zeit durch Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet. Perrault schrieb sich ästhetisch verfeinert nieder und passte vereinfachte die Prosa, damit das Volk sie verstehen konnte. Charakteristisch warne Perraults komische Pointen, verpackt in moralische Lehrsätze, die die Märchen abschlossen. Auch die Publikation gelang problemlos. Inzwischen hatte er durch seinen Esprit eine Steile Karriere durchlaufen, deren Stationen Unterhalter, Literatur- und Kunstprüfer, die Kulturbeamtenschaft wie natürlich auch die Stelle des Vorsitzenden bei an der “Französischen Akademie”. Dies war seine eine Identität in der er ernsthafte Texte verfasste oder staatliche Funktionen ausübte. Meist unter Pseudonym holte er für die Märchen eine andere hervor.

Rotkäppchen, Frau Holle, der gestiefelte Kater oder Aschenputtel sind nur ein Teil der deutschen Übersetzungen von Perraults Werken. Oft sind die deutschen Versionen hingegen der Urfassung abgemildert und mit einem guten Ende versehen. Perraults Versionen waren zwar auch lustig, aber sollten stets auch eine belehrende, abschreckende Wirkung haben. Beim Franzosen Perrault wurde Rotkäppchen deshalb nicht gerettet, um gutgläubige Kinder eindringlicher vor Fremden zu warnen.

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