Ludwig Bechstein – ein kurzes Porträt

Ludwig Bechstein – ein kurzes Porträt
Neben der Märchensammlung der Brüder Grimm gibt es auch eine von Ludwig Bechstein (1801 – 1860). Der Schriftsteller lebte in Meiningen und arbeitete als Bibliothekar und Archivar. Seine Märchensammlung mit dem Titel „Deutsches Märchenbuch“ wurde 1845 veröffentlicht. Bechstein sammelte die Volksmärchen und überarbeitete sie mit dem Ziel, ihnen einen erzieherischen Aspekt zu verleihen. Damit sollte ein Betrag zur Förderung der nationalen Einheit Deutschlands geleistet werden. Er übernahm zum Beispiel Märchen von Charles Perrault (1628 – 1703), einem französischem Schriftsteller, der dem Pariser Juristen- und hohen Beamten-Milieu angehörte. Perrault hatte Märchen aufgeschrieben, die entweder mündlich oder durch andere Autoren überliefert worden waren und sie dem damaligen Zeitgeist angepasst. Das Besondere an Perraults Texten war, dass sie in schlichter Erzählform geschrieben waren und ihnen am Schluss eine witzige Versform angefügt wurde, die entweder kommentierte oder ironisierte. Viele Märchen des Franzosen dienten als Vorlage für das europäische Theater und Ballett. Auch moderne Filme wie beispielsweise „Cinderella“ und „Dornröschen“ führen auf Perrault zurück. Zu den von Bechstein überarbeiteten Texten des Franzosen sind „Blaubart“ und „Der kleine Däumling“ zu nennen. Außer mit der Sammlung von Märchen beschäftigte sich Bechstein auch mit Sagen. 1853 erschien ein umgangreiches „Deutsches Sagenbuch“, das aber weniger Bekanntheit erlangte als seine Märchensammlung. Aber es wird noch heute als Nachschlagewerk genutzt. Des Weiteren hat Bechstein Reiseliteratur veröffentlicht, so zum Beispiel einen Band über Thüringen: „Das malerische und romantische Deutschland“
Der Schriftsteller war zwei Mal verheiratet. Die erste Ehe mit Caroline Wiskemann war, aufgrund des frühen Todes seiner Frau, recht kurz. Aus dieser Verbindung entstand nur ein Sohn. Danach heiratete er Therese Schulz. Mit ihr hatte Bechstein fünf Kinder, darunter war Emil Ludwig Bechstein, ein erfolgreicher Zeichner und Illustrator. In Meiningen wird noch heute an Bechstein erinnert, zum einen mit der Gedenktafel an seinem Haus, des Weiteren gibt es eine „Ludwig Bechstein“-Grundschule und einen Bechsteinbrunnen.
Zu Karneval gibt es Kostüme, die an Ludwig Bechsteins Geschichten und Märchen erinnern.

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