Eine Sammlung der schönsten Kindermärchen

Es war einmal eine Sammlung mit den schönsten Kindermärchen: Mehrmaerchen.de. Denn was gibt es Schöneres für Kinder, wenn Eltern ihnen am Abend vor dem Einschlafen ein Märchen vorlesen. Oder mögen Ihre Kinder die alten Kindermärchen eher auf DVD und als Hörbuch? Auf unserer Seite finden Sie die schönsten klassischen Kindermärchen der Gebrüder Grimm, Hans Christian Andersen, Ludwig Bechstein und anderer Autoren. Stöbern Sie einfach etwas auf der Webseite herum und entdecken Sie Altes und Neues aus dem Märchenwald zum Lesen, Hören und Ansehen. Viel Spaß!

Die beliebtesten Märchen unserer Leser

Mehr Märchen-Wissen

Märchen sind kürzere Prosaerzählung, welche wunderbare Begebenheiten zum Gegenstand haben, und laut Literaturwissenschaft auch nur die Länge einer Twitter-Nachricht haben können. Das überrascht, nicht wahr? Ansonsten eint die Märchen aber eine Fülle von Merkmalen. Hier gibt es für Euch eine Übersicht gespickt mit ähnlich spannenden Fakten wie dem 160-Zeichen-Märchen.

Die Lebensgeschichte eines jeden Menschen ist ein Märchen, das von Gottes Hand geschrieben wurde.Hans Christian Andersen (1805 - 1875)

Was macht eigentlich ein typisches Märchen aus?

6 Merkmale kommen in fast allen Märchen vor. Einige werden Euch sicherlich sofort bekannt vorkommen:

1. Einheitliche Formeln für den Anfang und den Schluss
Allen Kindern und Eltern kennen die Einleitung und den Schluss: „Es war einmal …“ und „Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“.

2. Die Figuren tragen keine Namen
Vielmehr werden Ihnen nur allgemeine Bezeichnungen wie „Schwiegertochter“ gegeben.

3. Der Kontrast
Im Märchen geht die Handlung (meistens) um Gut und Böse oder Arm und Reich.

4. Das Problem
Der Protagonist muss in diesem Rahmen ein Problem lösen und gerät vor dem positiven Ende in eine Krise.

5. Einfache Syntax
Sprachlich lässt sich ein typisches Märchen durch einfache Syntax erkennen.

6. „Und dann“
Die Sätze sind einfach aneinander gereiht mit „und dann“.

Warum wurden Märchen erzählt und warum sind sie so beliebt?

Kindermärchen wurden immer schon zur Unterhaltung erzählt. Dabei haben sie auch pädagogischen Wert und erklären soziale Strukturen sowie Autoritäten. Sie bewahren Kulturgut und echte Geschichte von Völkern und Religionen durch mündliche Überlieferung.

Märchen sind beliebt, weil die einfachen Rollen ein schnelles Identifizieren erlauben. Zudem verbinden klassische Märchen Generationen. Interessant dabei ist, dass die ersten Märchen gar nicht für Kinder waren, sondern für Erwachsene geschrieben worden. Das erste Kinder und Hausmärchen Buch von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahre 1812 betitelten sie selbst noch als Erziehungsbuch.

Wann entstanden und wann spielen die Kindermärchen?

Kindermärchen spielen nicht in einer bestimmten Zeit und es gibt auch keine genaue Ortsangabe. Das ist ein Grund, warum der Kern der Geschichte sich mit den Generationen entwickelt und so die Geschichte aktuell bleibt – über Jahrhunderte. Das erste Märchenbuch erschien in Italien 1550 für Erwachsene, für Kinder erschien das erste Buch in Frankreich im Jahre 1697. Interessanterweise gab es schon 1704 in Frankreich eine Übersetzung vom arabischen Märchen „1001 Nacht“.

Scheherazade und Sultan Schariar
Ferdinand Keller – Scheherazade und Sultan Schariar (1880) – 1001 Nacht

Die Märchen an sich sind so alt wie die Sprache. Es war eine Möglichkeit, Mut zu machen, die Welt zu erklären und Wissen an den Nachwuchs weiter zu geben. Ist Euch schon einmal aufgefallen, dass in den meisten klassischen Kindermärchen keine intakten Familien zu finden sind? Märchen zeigen keine positive Märchenwelt, wohl aber eine, in der alles gut wird, egal, wie schwer der Weg auch ist.

Welche typischen Charaktere kommen in deutschen Märchen vor?

Ein Märchen besteht im Wesentlichen aus drei Charakteren:

  • den Helden,
  • den Gegenspieler und
  • den Helfer

Die einzelnen Charaktere können aus unterschiedlichen Typen bestehen, die klar für bestimmte Eigenschaften oder Umstände stehen wie beispielsweise:

  • Aus der Mythologie stammende Elfen, Musen, Götter, Zwerge, Zauberer
  • Außerdem Hexen oder Magier
  • Aus sozialen Strukturen wie Könige, Landstreicher, Tagelöhner, König, Prinz
  • Außerdem begegnen uns Tiere: Sie können sprechen und haben oft besondere Fähigkeiten. Dabei ist es möglich, dass sie sich in Menschen verwandeln oder zurück.
Schon gewusst? Wer am Ende als Böse dasteht, bleibt oder wird meist ein Tier.

In modernen Märchen gibt es zudem „Antihelden“. Weiter fällt auf, dass der Helfer sich in neueren Erzählungen öfter einmal zum Held entwickelt.

Grundsätzlich ist es auch typisch für Märchen, dass der spätere Held unter ganz anderen Umständen zurechtkommen muss, als seine Herkunft / Beschreibung es vermuten lässt.

Welche deutsche Kindermärchen Sammlungen gibt es?

Deutsche Kindermärchen der Brüder Grimm
Gebrüder Grimm
Die bekannteste Märchensammlung in Deutschland stammt von den Gebrüdern Grimm. Schon gewusst? Den Inhalt ihrer Märchen haben sie sich von außen geholt. Die meisten Überlieferer waren weiblich.

Obgleich Grimms Märchen auch den typischen Erzählstil geprägt haben, waren sie nicht die ersten. Bereits 1782 gab es eine deutsche Märchensammlung von Musäus. Früher waren die Märchen allerdings noch sehr düster. Wilhelm Grimm hat dies erst Jahre später in eigenen Werken begonnen etwas zu ändern.

Ebenfalls deutsche Märchen, aber zu den Kunstmärchen zu zählen stammen Sammlungen von Hermann Hesse und Theodor Storm. Ernst-Moritz Arndt ist noch ein typischer deutscher Märchenerzähler. (Natürlich gibt es noch viele mehr).

Wusstet Ihr, dass während der Zeit der Aufklärung Märchen als Ammenmärchen verschmäht wurden?

Märchen aus aller Welt – was ist anders?

Märchen von Hans Christian Andersen
Hans Christian Andersen
Ihr kennt alle die Märchen von Hans Christian Andersen, oder? Es sind dänische Märchen und dass ist uns gar nicht so bewusst, oder? Genauso geht es zum Beispiel den britischen Kindern. Sie kennen fast alle Grimms Märchen, wissen aber gar nicht, dass sie aus Deutschland stammen.

Märchen werden sich rund um den Erdball erzählt und übersetzt. Alleine Grimms Märchen gibt es in 160 Sprachen. Sie sind ein wichtiger Teil des kulturellen Austausches. Jede ethnische Gruppe hat ihre eigenen Märchen – sie sind nicht an Ländergrenzen gebunden. Zu den wohl für uns bekanntesten Sammlungen außerhalb Deutschlands gehört sicherlich „Tausendundeine Nacht“, eine Sammlung morgenländischer Erzählungen und zugleich ein Klassiker der Weltliteratur sowie die russischen Märchen.

Was ist in anderen Ländern anders? Die Märchen sind teilweise ausgeschmückter. Außerdem gibt es häufiger echte Personen in den Geschichten. Der größte Unterschied ist wohl, dass in anderen Ländern Märchen oft noch heute frei erzählt und nicht wie bei uns vorgelesen werden.