• Der böse Fürst
    Märchen

    Der böse Fürst

    Zusammenfassung / Text: Es war einmal ein böser und übermütiger Fürst, der nur darauf sann, alle Länder der Erde zu erobern und durch seinen Namen Furcht einzuflößen. Er fuhr umher mit Feuer und Schwert; seine Soldaten zertraten das Korn auf den Feldern, sie zündeten des Bauern Haus an, sodass die Flamme die Blätter von den Bäumen leckte und die Frucht gebraten von den versengten Bäumen herabhing. Manche arme Mutter verbarg sich mit ihrem nackten Säugling hinter den rauchenden Mauern und die Soldaten suchten sie und wenn sie dieselbe und das Kind fanden, so begann ihre teuflische Freude; böse Geister konnten nicht ärger verfahren. Der Fürst aber meinte, es gehe wie…

  • Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
    Märchen

    Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern

    Zusammenfassung / Text: Es war fürchterlich kalt; es schneite und begann ein dunkler Abend zu werden, es war der letzte Abend im Jahre, Neujahrsabend! In dieser Kälte und in dieser Finsternis ging ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopfe und nackten Füßen auf der Straße. Sie hatte freilich Pantoffeln gehabt, als sie vom Hause wegging, aber was half das! Es waren sehr große Pantoffeln, ihre Mutter hatte sie zuletzt getragen, so groß waren sie, diese verlor die Kleine, als sie sich beeilte, über die Straße zu gelangen, indem zwei Wagen gewaltig schnell daher jagten. Der eine Pantoffel war nicht wieder zu finden und mit dem andern lief ein Knabe davon,…

  • Der starke Hans
    Märchen

    Der starke Hans

    Zusammenfassung / Text: Es war einmal ein Mann und eine Frau, die hatten nur ein einziges Kind, und lebten in einem abseits gelegenen Tale ganz allein. Es trug sich zu, dass die Mutter einmal ins Holz ging, Tannenreiser zu lesen, und den kleinen Hans, der erst zwei Jahre alt war, mitnahm. Da es gerade in der Frühlingszeit war und das Kind seine Freude an den bunten Blumen hatte, so ging sie immer weiter mit ihm in den Wald hinein. Plötzlich sprangen aus dem Gebüsch zwei Räuber hervor, packten die Mutter und das Kind und führten sie tief in den schwarzen Wald, wo Jahr aus Jahr ein kein Mensch hinkam. Der…

  • König Drosselbart
    Märchen

    König Drosselbart

    Zusammenfassung / Text: Es war einmal ein König, der hatte eine Tochter, die war über alle Maßen schön, aber dabei so stolz und übermütig, dass ihr kein Freier gut genug war. Sie wies einen nach dem andern ab, und trieb noch dazu Spott mit ihnen. Einmal ließ der König ein großes Fest anstellen, und lud dazu aus der Nähe und Ferne die heiratslustigen Männer ein. Sie wurden alle in eine Reihe nach Rang und Stand geordnet; erst kamen die Könige, dann die Herzöge, die Fürsten, Grafen und Freiherrn, zuletzt die Edelleute. Nun ward die Königstochter durch die Reihen geführt, aber an jedem hatte sie etwas auszusetzen. Der eine war ihr…

  • Hänsel und Gretel
    Märchen

    Hänsel und Gretel

    Zusammenfassung / Text: Es war einmal ein armer Holzhacker, der lebte vor einem großen Walde mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Teuerung ins Land kam, konnte er auch das tägliche Brot nicht mehr schaffen. Wie er sich nun abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herumwälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau „was soll aus uns werden? wie können wir unsere armen Kinder ernähren, da wir für uns selbst nichts mehr haben?“ „Weißt du was, Mann,“ antwortete die Frau, „wir wollen morgen in aller Frühe die…

  • Der kleine Däumling
    Märchen

    Der kleine Däumling

    Zusammenfassung / Text: Es war einmal ein armer Korbmacher, der hatte mit seiner Frau sieben Jungen, da war immer einer kleiner als der andere, und der jüngste war bei seiner Geburt nicht viel über Fingers Länge, daher nannte man ihn Däumling. Zwar ist er hernach noch in etwas gewachsen, doch nicht gar zu sehr, und den Namen Däumling hat er behalten. Doch war es ein gar kluger und pfiffiger kleiner Knirps, der an Gewandtheit und Schlauheit seine Brüder alle in den Sack steckte. Den Eltern ging es erst gar übel, denn Korbmachen und Strohflechten ist keine so nahrhafte Profession, wie Semmelbacken und Kälberschlachten, und als vollends eine teure Zeit kam,…

  • Das Tränenkrüglein
    Märchen

    Das Tränenkrüglein

    Zusammenfassung / Text: Es war einmal eine Mutter und ein Kind, und die Mutter hatte das Kind, ihr einziges, lieb von ganzem Herzen, und konnte ohne das Kind nicht leben und nicht sein. Aber da sandte der Herr eine große Krankheit, die wütete unter den Kindern und erfasste auch jenes Kind, dass es auf sein Lager sank und zum Tod erkrankte. Drei Tage und drei Nächte wachte, weinte und betete die Mutter bei ihrem geliebten Kinde, aber es starb. Da erfasste die Mutter, die nun allein war auf der ganzen Gotteserde, ein gewaltiger und namenloser Schmerz, und sie aß nicht und trank nicht und weinte, weinte wieder drei Tage lang…

  • Der Buchweizen
    Märchen

    Der Buchweizen

    Zusammenfassung / Text: Häufig wenn man nach einem Gewitter an einem Acker vorübergeht, auf dem Buchweizen wächst, sieht man, dass er ganz schwarz geworden und abgesengt ist; es ist gerade, als ob eine Feuerflamme über denselben hingefahren wäre, und der Landmann sagt dann: „Das hat er vom Blitze bekommen!“ Aber warum bekam er das? Ich will erzählen, was der Sperling mir gesagt hat, und der Sperling hat es von einem alten Weidenbaume gehört, welcher bei einem Buchweizenfelde steht. Es ist ein ehrwürdiger, großer Weidenbaum, aber verkrüppelt und alt, er ist in der Mitte geborsten und es wachsen Gras und Brombeerranken aus der Spalte hervor; der Baum neigt sich vorn über…

  • Däumelinchen
    Märchen

    Däumelinchen

    Zusammenfassung / Text: Es war einmal eine Frau, die sich sehr nach einem kleinen Kinde sehnte, aber sie wusste nicht, woher sie es nehmen sollte. Da ging sie zu einer alten Hexe und sagte zu ihr: „Ich möchte herzlich gern ein kleines Kind haben, willst Du mir nicht sagen, woher ich das bekommen kann?“ „Ja, damit wollen wir schon fertig werden!“ sagte die Hexe. „Da hast Du ein Gerstenkorn; das ist gar nicht von der Art, wie sie auf dem Felde des Landmanns wachsen, oder wie sie die Hühner zu fressen bekommen; lege das in einen Blumentopf, so wirst Du etwas zu sehen bekommen!“ „Ich danke Dir!“ sagte die Frau…

  • Der gläserne Schuh
    Märchen

    Der gläserne Schuh

    Zusammenfassung: In der Geschichte geht es um den Bauern Johann Wilde, der einmal einen gläsernen Schuh auf einem Berge fand, wo die Zwerge zu tanzen pflegen. Er nimmt ihn mit nach Hause, weil er wusste, dass er einen Schatz gefunden hatte, den die Unterirdischen teuer zurück kaufen müssten. Der Bauer war ein sehr listiger und schlimmer Mensch und hatte auch schon einige Menschen betrogen, weshalb er im Ort nicht besonders angesehen war bzw. gemocht wurde. Damit die „Unterirdischen“ von seinem Fund auch wissen, begibt er sich um Mitternacht zu den Bergen und schreit lauthals: „Johann Wilde in Rothenkirchen hat einen schönen gläsernen Schuh, wer kauft ihn? Wer kauft ihn?“ Eines…